Format: PDF in DIN A 5 – 70 Seiten Marc Schneider: In ihm erwacht die Macht – doch er ist leider erst 16Langsam wachte Adrian auf. Er fühlte, wie die Sonnenstrahlen, die durch das Fenster schienen, seine Nase kitzelten. »Acht Uhr! Zeit zum Aufstehen, alter Junge«, dachte er bei sich. Er öffnete seine Augen und drehte sich auf die rechte Seite. Als er auf die Uhr sah, die über der Tür hing, sah er seine innere Einschätzung bestätigt. Es war acht Uhr morgens. Adrian setzte sich in seinen Laken auf. Er streckte seinen muskulösen Körper und hörte ein paar Knochen knacken. Per Blickschaltung ließ er sein Bett in der Wand verschwinden. Seine Mutter würde es zwar gar nicht gerne sehen, daß er sein Bett wieder ungemacht in die Wand hatte zurückgleiten lassen, aber das störte ihn momentan nicht. Dafür war er viel zu aufgeregt. Schließlich bekam er heute Besuch. »Und was für einen...«, stellte er grinsend fest. Zu seiner Linken befand sich die Tür zum Bad. Er setzte sich dorthin in Bewegung und duschte erst einmal ausgiebig. Nachdem er sich von einem warmen Luftstrom hatte trocknen lassen, putzte er sich die Zähne. Um irgendwelche Haare mußte sich Adrian nicht kümmern. Er besaß keine. Nicht einmal Schamhaare. Das lag aber nicht daran, daß er sie sich selbst entfernte. Er hatte von Natur aus keine. Sein Vater Peres hatte ihm auf eine Frage, bezüglich des Fehlens jeglicher Behaarung bei ihm, geantwortet, daß das wohl eine Folge der Atomreaktorunfälle von 2093 und 2094 sei. Damals waren die beiden letzten noch existierenden Atomreaktoren der Welt in Afrika explodiert. Sie waren von Atomgegnern sabotiert worden, weil sich die Afrikanische Union geweigert hatte, sie durch einen modernen und sicheren Fusionsreaktor zu ersetzen. Die Strahlung hatte Europa erreicht und überall Mutationen bei den neugeborenen Kindern verursacht. So wie wohl auch bei ihm. Andere Menschen störten sich nicht daran. Für sie sah es aus, als ob er sie abrasiert hätte. Nachdem er noch ein wenig Deo und Parfüm genommen hatte, ging er wieder zurück in sein Zimmer. Über dem Fach in der Wand, wo momentan sein Bett lagerte, befanden sich noch andere Fächer. Er sprach sie per Blickschaltung an. Sofort öffnete sich das betreffende Fach. Er nahm sich eine schwarze Unterhose und schwarze Socken heraus und zog sie sich an. Per Blickschaltung schloß er die Schublade wieder und öffnete eine andere. Adrian hatte beschlossen, sich heute ganz in Schwarz zu kleiden. Er fand, daß die Farbe gut zu seiner braunen Haut paßte. Außerdem war schwarz immer kleidsam. Die weite Hose, die er aus dem Fach genommen hatte, bestand aus einem leichten, aber zugleich festen Material und hatte viele Taschen. Das war wichtig, damit er seine ganzen Utensilien, wie DataHandschuhe und den zusätzlichen DataCompu, unterbringen konnte. Als Oberteil wählte er ein kurzärmeliges Hemd ohne Knöpfe aus reiner Seide. Es fühlte sich fast wie ein Nichts auf seiner Haut an. Zuletzt setzte er sich seine DataKappy auf, ebenfalls in Schwarz. Zufrieden blickte Adrian in den Spiegel, der rechts neben seiner Zimmertür hing. Er befand, daß er so seiner Julie gegenübertreten konnte. »Also los, du Casanova. Auf in den Kampf.« Er setzte sich in Bewegung. Als er durch die Zimmertür schlenderte, meldete sich sein Magen mit einem lauten Knurren. »Na gut. Dann wird eben zuerst gefrühstückt.« Als er in die Küche kam, saß schon seine Mutter am Küchentisch, der in der linken, hintersten Ecke stand. Sie hatte ihren grünen Morgenmantel an. Schnell durcheilte er den Raum. Vorbei am Kühlschrank und an der Nahrungsausgabe. »Morgen, Mom!« begrüßte Adrian seine Mutter und drückte ihr einen Kuß auf die Wange. Alyna Kyrnt wirkte noch müde. Sie hatte schwarze Ränder unter den Augen. »Morgen, Adrian. Hast du gut geschlafen?« »Klar. Bei dem Tag heute«, lachte Adrian und stopfte sich ein Brötchen in den Mund. Er hatte sich links neben seine Mutter gesetzt und verspeiste hastig sein Frühstück. Anschließend trank er noch rasch ein Glas Orangensaft. »Gibt es eigentlich was neues im USA-Konflikt, Mom?« »Leider nicht, Adrian. Leider nicht«, sagte seine Mutter und seufzte dabei. In ihren Augen blitzte Traurigkeit auf. Er konnte fühlen, wie sie der Konflikt in ihrer alten Heimat belastete. Seine Eltern, Peres und Alyna Kyrnt, stammten beide aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Sie waren damals, noch vor seiner Geburt, hierher nach Europa gekommen. Warum, wußte er leider nicht. Sie hatten es ihm nie erzählt. Adrian sah für sein Leben gern Nachrichten. Es war sozusagen sein Hobby, so wie das Surfen in den Netzen oder einfach nur Lesen. Er besaß eine Sammlung von alten Büchern, die noch aus Papier bestanden. Echte Antiquitäten. Besonders stolz war er auf das Buch »3001 - Das Ende einer Odyssee« von Arthur C. Clark. Normalerweise besaßen die heutigen Menschen nur noch ein Buch - ein elektronisches. Auf einer einzigen Disk konnten Tausende von Romanen abgespeichert sein. Sein besonderes Interesse galt aber momentan dem USA-Konflikt. Vielleicht wegen seiner Eltern? Er wußte es nicht. . Download: nach Zahlungseingang;
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