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ad astra science fiction 017: Treffpunkt: Zukunft

ad astra science fiction 017: Treffpunkt: Zukunft
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Format: PDF in DIN A 5 – 62 Seiten Erste Folge des Doppelbandes von Wilfried Hary: Ein Autor auf Spurensuche – im Strom der Zeit1. Kapitel  Ich spürte bereits die Veränderung, als ich die Wohnungstür öffnete. Nicht, daß der Duft des vertrauten Parfüms fehlte. Etwas anderes hatte die gewohnte Atmosphäre zerstört. Ich ahnte es, und der Schmerz fraß sich förmlich in meine Brust.          Mit heftig klopfendem Herzen schloß ich die Tür hinter mir und blickte mich um.          Ja, es war anders. Es fehlten die Kleider in der Garderobe, die achtlos in die Ecke geworfenen Schuhe (etwas, was mir stets gegen den Strich gegangen war), die Geräusche in der Küche. Die Wohnung war leer, unpersönlich und - feindselig.          Ich ließ die Aktentasche einfach fallen und zwang mich dazu, das Wohnzimmer zu betreten. Wie mit magischer Gewalt zog es mich zum Tisch.          Ein Zettel.          »Hazel!« murmelte ich. »Mein Gott, Hazel!« Ich schrie es: »Hazel!«          Mit beiden Händen nahm ich den Zettel auf. Sie zitterten, und die gekritzelten Worte tanzten vor meinen Augen.          Das Bild verschwamm, als sich meine Augen mit Tränen füllten. Ich wußte alles, noch bevor ich auch nur eine Zeile gelesen hatte.  Mit aller Gewalt zwang ich mich zur Ruhe und bekämpfte die Übelkeit. Auf dem Zettel stand: »Ich habe Dich verlassen, Erno. Soll ich Liebling schreiben, wie sonst? Nein, das wäre eine Lüge. Ich habe Dich verlassen, und diesmal ist es endgültig. Versuche nicht, mich einzuholen. Du warst fünf Stunden lang weg - wie sonst auch immer. Vier von diesen Stunden nutzte ich, um Vorsprung zu gewinnen. Du hast keine Chance.«  Es stand keine Unterschrift darunter. Das war auch nicht notwendig. Ich kannte Hazels Schrift.          Der Zettel war alles, was sie zurückgelassen hatte. Der Zettel und der feine Duft ihres Parfüms, den ich nie gemocht hatte, aber der einfach zu Hazel paßte. Hazel lebte noch, aber für mich war es, als stünde ich vor ihrer Leiche. Dabei war nur unsere Ehe in Scherben gegangen.          Ich nahm den Zettel wieder in beide Hände, starrte darauf, bis die Tränen über meine Wagen liefen. Lautlos schluchzte ich. Ich preßte die Hände gegen das Gesicht, rieb es wie verrückt, um etwas zu spüren und um zu wissen, daß es kein verfluchter Alptraum war, den ich hier erlebte.          Es war Wirklichkeit, und diese Erkenntnis ließ mich zu Boden sinken, wo ich lange Zeit weinend liegenblieb. Hazel: Ich sah ihr Gesicht mit den feinen Lachfältchen, den ausdrucksvollen Augen, dem schmollenden Mund, dem schulterlangen, rotbraunen Haar, das wie ein natürlicher Rahmen wirkte. Hazel: Ich sah ihre schlanke Gestalt. Ich sah sie in Bewegung, beim Sport, beim Arbeiten - und wenn wir uns liebten. Hazel: Das war für immer Vergangenheit.          Der Schmerz war grausam, auch als ich nicht mehr weinen konnte. Ich rollte mich auf den Rücken und starrte zur Decke.          Später wußte ich nicht mehr, wieviel Zeit vergangen war. Ich blieb einfach liegen.          Irgendwann klingelte das Telefon. Ich ließ es durchläuten und fand nicht die Kraft, aufzustehen. Ich wollte allein sein, mit keinem Menschen sprechen. Wenn nur Hazel zurückkommen würde!          Als das Telefon endlich verstummte, stemmte ich mich hoch. Irgendwie mußte es weitergehen. Hazel lebte, und solange Hazel lebte, wollte ich auf sie warten. Nicht am Boden, wie ein Versager, und nicht weinend, wie ein Jammerlappen, sondern aufrecht im Leben stehend - wie ein Mann!          Solchermaßen machte ich mir Mut. Müde schlurfte ich in die Garderobe. Mein Ordnungssinn meldete sich. Ich hob die Aktentasche auf und hängte meinen dünnen Mantel an den Haken. Die Tasche brachte ich in mein Arbeitszimmer, wo sie hingehörte. Am Schreibtisch blieb ich stehen.          Dort lag etwas, obwohl ich vor dem Weggehen aufgeräumt hatte, doch das drang nicht bis in mein Bewußtsein. Vorläufig nicht! Ich dachte an Hazel, weil ich an nichts anderes denken konnte. Einmal die Woche verließ ich die Wohnung. Ich hatte am anderen Ende der Stadt eine winzige Junggesellenbude gemietet. Hazel wußte nichts davon - dachte ich wenigstens bisher. In dem kleinen Raum, in dem nur ein schmales Bett und ein niedriger Schrank standen und in dem es in der Ecke nur ein Handwaschbecken mit einem blinden Spiegel darüber gab, verbrachte ich vier Stunden. Ich brauchte eine halbe Stunde, um hin zu gelangen und eine weitere halbe Stunde für den Rückweg. Fünf Stunden pro Woche, in denen ich angeblich durch die Stadt bummelte und Gedanken sammelte.          Um schreiben zu können. Um meinen Lesern ein Bild der Zukunft zu vermitteln - ein Bild, das jedesmal in anderer Weise phantastisch sein sollte und vielleicht sogar zum Nachdenken reizte.          Ich hatte Hazel all die Jahre belogen, aber nicht betrogen. Es war immer die gleiche Lüge gewesen, weil ich vor niemandem mein Geheimnis preisgeben konnte - nicht einmal vor der geliebten Frau.          Ich konnte selber nicht erklären, warum ich überhaupt ein Geheimnis daraus machte. Es geschah aus einem inneren Zwang heraus. Ich wagte nicht einmal, darüber nachzudenken, wenn ich nicht allein in diesem kleinen Zimmer weilte. Als fürchtete ich mich vor Gedankenlesern, die alles erfahren könnten, ohne daß ich das verhindern konnte.          Ein Geheimnis, das Hazel von mir fortgetrieben hatte.          Ich stützte die Arme auf den Schreibtisch und weinte wieder.          Auch Hazel hatte vier Stunden gebraucht, um ein Geheimnis zu wahren: Wo sie abgeblieben war. Aber was war in der restlichen Stunde geschehen? Hatte sie diese Zeitspanne benötigt, um zu packen?          Ich hörte auf zu weinen und starrte auf das dünne Manuskript auf dem Schreibtisch, völlig sicher, es niemals dort hingelegt zu haben. Hazel mußte das getan haben.          Nein sie hatte nicht eine Stunde lang gepackt. Ich wußte es in diesem Moment. Hazel war vielleicht nicht immer so ordentlich, wie ich es mir erträumte, aber sie konnte ihre gesamte Garderobe in einer Viertelstunde verstauen, ohne sie zu verderben. Ich hatte es oft genug erlebt.         Wieder betrachtete ich das dünne Manuskript. Warum hatte sie es hingelegt? Was war in dieser einen Stunde geschehen? Warum hatte sie von vier Stunden Vorsprung geschrieben? War es Absicht gewesen, dies zu betonen?          Ich las den Namen des Autors: »Hazel Fischer, nach der Story von Erno Fischer.« Eine Story von mir, die sie umgeschrieben hatte? Was sollte das? Meine Kehle wurde trocken. Ich fühlte mich plötzlich wie im Fieber. Noch ein Hinweis, außer dem Zettel? Ich ließ mich auf den Schreibtischsessel sinken und starrte das Manuskript an, weil ich es nicht wagte, es in die Hand zu nehmen. Ja, es war von Hazel. Sie hatte wie gewohnt die Blätter sehr unordentlich aufeinandergelegt. Das konnte mir nie passieren. Ich griff nach dem obersten Blatt. Meine Hände waren schweißnaß, und mein Atem beschleunigte sich, als ich den Titel las. Und dann begann ich, die Story zu lesen:       . Download: nach Zahlungseingang;

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