Format: PDF in DIN A5 - 66 SeitenK. H. ReegDie eigenartigen Reisen – des Raumschiffs »WILDE HILDE«(weitere Abenteuer - erster Teil!) Ah!Dort draußen, in den Wüsten von Kardonia. Dort, wo der Sand heiß und tot ist. Dort, wo nicht das Wenigste an Leben gedeihen kann. Dort, wo selbst der Sand sein Leben verloren hat. Dort ragt der Berg Gorrdimir empor.Schroff und von dunklen Schründen durchzogen, von düsterem Schatten durchdrungen, spaltet der Berg dort den Himmel und die glühenden Ebenen von Kardonia.Ein Ding maßloser Fremde und ein Ding jenseits dem, das sein kann oder das Existenz besitzt im Verständnis der Welten – dem Sein selbst.Oh ja, so erhebt sich dort der Berg Gorrdimir über die glutdurchdrängten Wüsten von Kardonia. Und sein Anblick mochte Schauder erregen in den Augen und Sinnen derer die das Entsetzen nicht fassen mochten, das kam aus einer Zeit da die Welten anders waren.Und dort, an den granitenen Hängen, bewegte sich Leben, rann an den Klüften hernieder und sammelte sich in den Schluchten der Finsternis.Ah – wie eine dunkle Flut war es. Und wie Wasser des Dunklen – eine Flüssigkeit des Bösen, der Verderbtheit – so floss es zusammen an den Füßen und an den Wurzeln des Berges Gorrdimir, in den unbenannten Leblosigkeiten der Wüste Kardonia.Und als alle Dunkelheit von den Hängen herab geflossen war und all das Finstere herab geschwemmt, so gelangte MooGaan in die Welten zurück.Und der Berg Gorrdimir erzitterte vor dem, was in ihm zurück gekehrt und Steine und grauer Fels stürzten aus seine Höhen. Fielen in Ebenen des Staubes und den Pfuhl der Finsternis, aus dem sich MooGaan zitternd und vorsichtig erhob.Dann lachte sie leise und streckte ihre Beine – ihre Glieder zum Himmel. Und dann fasste sie einen der kosmischen Strings und schwang sich in die schwarzen Weiten des Alls.Und lasst euch sagen: Fürchtet Ihre Ankunft.So lautet ein Text aus einer uralten Aufzeichnung der Galaktischen Union Anmerkung des Autors: Natürlich gebrauchen die Draffen, oder andere erwähnte Völker, andere Maßeinheiten als wir und haben andere Spruchworte. Auch die Tiere werden andere Namen haben. Man muss sich einfach vorstellen, das alles wäre ins Deutsche übersetzt und die Namen und Maße den unseren angeglichen worden.Euer K. H. Reeg * »Voller Alarmzustand«, hallte von Steinfelds Stimme, kaum, dass sich das von Datanan geöffnete Sternentor geschlossen hatte, durch die Zentrale der WILDE HILDE. »Wir müssen mit allem rechnen«, setzte sie erklärend und entgegen ihren sonstigen Gewohnheiten hinzu. Das zeigte wohl, dass auch an der sonst so beherrschten Kommandantin des Schiffes die Ereignisse der letzten Tage – und besonders Stunden – nicht spurlos vorübergegangen waren.»Herr Bings, Herr Kastusk«, wandte sie sich den beiden, neben ihrem mit dunkelrotem Samt bezogenem Sessel stehenden Männer zu, »begeben sie sich auf ihre Posten, ich erwarte in fünfzehn Minuten einen vollständigen Bericht über den derzeitigen Status des Schiffes.«»Jawohl – Madame«, bestätigte Jan Bings, der militärische Berater des Schiffes knapp. Kastusk, der graduierte Feldalchimist und zuständig für die Technik der WILDEN HILDE nickte nur. Dann hasteten die beiden Männer auch schon die polierte Eisenholztreppen hinab, die von der Kommandobühne in die tiefer gelegene Zentrale führte.»Meister Danielus...«, von Steinfeld hatte sich dem Sessel des Logenmeisters zugewandt und verstummte mitten im Satz, als sie das bleiche Gesicht des Mesmeriten sah. »Was ist los? Spüren sie eine Gefahr auf der PSI-Ebene?«, hakte sie jedoch sofort nach.»Ich weiß nicht«, mummelte der Mesmerit sichtlich verwirrt. »Da ist etwas. So eine Art...«, er zuckte nach Worten suchend mit den Schultern.»Wie eine Art Hintergrundrauschen«, sagte Bruder Jackomo, der hinter dem Sessel seines Logenmeisters stand in die kurze Stille, die Danielus Worten gefolgt war. »So als würde ein Heer von Myriaden Ameisen durch diesen Anschnitt des Raumes ziehen. Das Rauschen bewegt sich eindeutig in eine Richtung«, setzte er fast trotzig hinzu.»Ja – so könnte man es beschreiben«, stimmte Danielus zu und erhob sich. »Aber es ist kein – nun – neutrales Rauschen. Nein – es ist eindeutig negativ. Es fühlt sich schlecht an«, fügte er hinzu. »So als würde ein unangenehm riechender, dunkler Wind an meinen Kleidern zupfen – geistig gesehen. Das ist selbstverständlich nur ein sehr grobes Beispiel.« Danielus zuckte abermals entschuldigend mit den Schultern.»Hm«, machte Klara von Steinfeld nichts sagend. Dann wandte sie sich den Teilnehmern der Gruppe zu, die in der Sphäre Arimma so Großes geleistet hatten und nun nervös in einer Ecke der Kommandobühne standen und nicht so recht wussten, wie es jetzt weiter ging. Auch der Pana-Krieger Gooron stand stumm bei ihnen.»Meine Herrn, Meister Gooron. Ich werde mich später noch mal ausführlich mit ihnen Unterhalten. Doch jetzt geht die Sicherheit des Schiffes und der Besatzung vor. Ich bitte sie deswegen ihre Unterkunft aufzusuchen. Der Quartiermeister soll Meister Gooron ein entsprechende Kabine zuweißen. Ich danke ihnen meine Herrn.« Von Steinfeld neigte huldvoll den Kopf. Wahrscheinlich sollte es ein dankendes Nicken sein, aber bei der von nachtschwarzem Satin umflossenen, perfekt geformten Kommandantin wirkte alles irgendwie majestätisch.»Gewiss Frau Kommandantin«, murmelte Willi Macks schüchtern. Die andern nickten nur stumm und sahen zu, dass sie so schnell wie möglich die Kommandobühne verließen.»So – gut«, die Kommandantin wandte sich wieder dem Logenmeister zu.»Also so eine Art ungute Strömung zieht durch diesen Raumabschnitt«, stellte sie nachdenklich fest. »Geht davon eine direkte Gefahr aus? Ich meine, ob wir Zeit genug haben unser Schiff hier durch zu checken, oder ob wir schnellstmöglich weg müssen?«»Strömung ist gut«, murmelte Jackomo mit einen schiefen Grinsen, was ihm einen missbilligenden Blick seines Meister einbrachte.»Nein. Ich glaube nicht, dass von der – nun – Strömung eine unmittelbare Gefahr ausgeht. Wir haben gewiss Zeit das Schiff gründlich zu überprüfen und auch die Stützfetische in der Hülle neu zu oktroyieren. Da muss wahrscheinlich einiges geändert werden.« Der Logenmeister seufzte tief bevor er weiter sprach: »Dadurch, das Meister Niedal«, er nickte zuweisend in Richtung des schwarzen Kubus, der regungslos zwei Meter über der Kommandobühne schwebte, »nun mit seinem nicht unwesentlichen – äh – Leib um unser Schiff liegt, muss das Geflecht der Stützfetische natürlich erheblich umstrukturiert werden.«»Soll das heißen, dass die ERINNERUNG AN FRANZ MESMER nicht vollmanövrierfähig ist?«, fragte von Steinfeld gefährlich leise und heftete ihren Blick unerbittlich auf den Logenmeister.»Nur die Raumversetzung ist zur Zeit nicht möglich. Die restlichen Funktionen des Schiffes sind, was mich und meine Brüder betrifft, voll einsatzfähig.« Danielus erwiderte den fixierenden Blick der Kommandantin fest.»Äh – wenn ich kurz unterbrechen dürfte«, mischte sich plötzlich die Stimme der Entität Niedal, aus dem schwarzen Kubus kommend, ein.»Nun – Meister Niedal, was haben sie in dieser Angelegenheit zu sagen?« Von Steinfeld benutzt das förmliche Sie gleichwohl sie die künstliche Intelligenz Niedal auch schon mit dem persönlicheren Du angesprochen hatte, was zeigte, dass auch eine von Steinfeld sich ihrer Sache nicht immer sicher war.»Also zu einem, dass ich meine jetzige Form sehr wohl ändern kann.«Er umschloss zur Zeit das gut neunzig Meter durchmessende Schiff als zehn Meter dicker Wulst. So sah die zweihundert Meter lange und neunzig Meter durchmessende WILDE HILDE aus wie ein schlankes Ei mit Warzen und Gürtel.»... und zu zwei?«, fragte Klara von Steinfeld mit leicht schief gelegtem Kopf.»Nun ja, ich hab die Orbiter mittlerweile vollständig neu konfiguriert und ihre Systeme optimal miteinander verknüpft. Es sollte – es ist«, verbesserte sich Niedal, »jetzt möglich kurze Überlichtmanöver durchzuführen. Die Reichweite ist allerdings ziemlich begrenzt und auf wenige Sprünge begrenzt. Wir müssen erst noch für eine ausreichende Energieversorgung sorgen. Meine Mittel sind ziemlich mager«, hängte er entschuldigend an.»Nun ja, wenigstens haben wir die Möglichkeit uns abzusetzen«, meldete sich Danielus sichtlich erleichtert zu Wort.»Äh – das würde ich nicht unbe...«, begann Niedal langsam, bevor er von Tatjana Markow unterbrochen wurde, die sichtlich perplex auf die Kommandobühne gestürmt kam.»Also das gibt's nicht!«, stieß die schlank gewachsene Frau mit den schon leicht angegrauten Haaren atemlos hervor. »Die gesamten Ortungsergebnisse, die Langstrecken-Scanns und die Energieabtastungen... Also ich weiß nicht.« Die Ortungstechnikerin war total aus dem Häuschen.»Nun Frau Markow, würden sie sich bitte fassen und uns den Grund ihrer Erregung mitteilen?«, fragte von Steinfeld, als die Frau für einen Moment Luft holte.»Oh! Entschuldigung Madam – ich...«, die Technikerin unterbrach sich und lief feuerrot an, bevor sie fortfuhr: »Also da ist nichts. Außer den fünf Roten Riesen, die sie auf dem Projektionsschirm sehen – und ihren Planeten – ist da nichts. Dieses ganze Kontinuum, dieses komplette Universum besteht nur aus diesen fünf alten Sonnen.« Die Frau verstummte kopfschüttelnd.»Gut, es wird sich wohl um eine abgesplitterte Gruppe handeln, die sich vor Unzeiten aus irgendeiner Galaxie gelöst hat. Aber das sollte uns im Moment egal...«»Es gibt keine Galaxien, nichts außer den fünf Sternen«, platzt Tatjana Markow erhaus und unterbrach nicht ganz stilgerecht ihre Kommandantin.»Das wollte ich auch gerade sagen«, klang Niedals Stimme auf.»Das heißt, Datanan hat uns in eine weitere Hyperblase transportiert?« Klara von Steinfeld ließ ihren Blick zwischen dem schwarzen Kubus und der Technikerin hin und her wandern.»Äh – nein«, antwortete Markow leise.»Es ist alles da«, nahm Niedal das Gespräch auf. »Alles was ein normales Raum-Zeit-Kontinuum ausmacht. Nur ist es leer – bis auf die fünf Sonnensysteme in Fahrtrichtung.« Diesen Roman in derselben Textfassung gibt es auch im Printformat. Mehr Infos hier:http://www.shop.hary.li/aadetail079.htm . Download: nach Zahlungseingang;
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